Arbeitskreis Immissionen

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Agenda 21 Leonberg

Wer Straßen sät, wird Verkehr ernten

Leonberg braucht keine neue Straße mit Altstadttunnel

Ziel des neuen Altstadttunnels mit Trassenführung im Westen ist es nach Aussagen der Stadt Leonberg, den innerstädtischen Verkehr zu verringern.
Alternativvorschläge sollten also folgende Bedingungen erfüllen:
  1. Bezogen auf das gesamte Stadtgebiet dieselbe Verkehrsentlastung bewirken
  2. Kostengünstiger sein
  3. Umwelt-/Ressourcenschonender (Lärm, Luftverschmutzung, Flächenversiegelung, Zerstörung von naturnahen Flächen, landwirtschaftlich genutzten Flächen) sein

Ausgangssituation:

Die Verkehrssituation der Stadt Leonberg wird immer mehr zu einem, die Wohn- und Lebensqualität in der Stadt bedrohenden Problem. Das Projekt Altstadttunnel West, soll dieses Problem vermindern oder gar beseitigen. Gesamtstädtische Entlastungszahlen fehlen. Eine objektive Gegenüberstellung von Kosten und Nutzen dieser Planung wurde bisher nicht erstellt.

Ein generelles Problem von Umgehungsstraßen ist die Tatsache, dass lediglich eine Verlagerung des Verkehrs, nicht jedoch eine Verminderung statt findet. In der Regel wird durch Umgehungsstraßen sogar eine Zunahme des Verkehrs bewirkt. Dies ist einer Stadt mit hoher Grundbelastung an Luftschadstoffen durch den Verkehr nicht zuzumuten. Zusätzlich wird die für Leonberg wichtige Frischluftzufuhr aus dem Westen deutlich verschlechtert. Eine Verkehrsreduktion kann nur durch den Umstieg vom Kfz auf alternative Verkehrsmittel oder die bessere Auslastung von Kfz erreicht werden. Insbesondere der hohe innerstädtische Ziel- und Quellverkehr der Stadt Leonberg lassen den Nutzen der Westtrasse fragwürdig erscheinen. Der AK Immissionen möchte deshalb eine Alternative mehrerer "Kleiner aber effektiver Lösungen" in die Diskussion bringen, die gleiche oder bessere Entlastungszahlen für den Verkehr bringen und dabei geringere Kosten als die Westtrasse verursachen. Gleichzeitig werden gravierende Nachteile vermieden.

Alternativen zum Altstadttunnel West

Zur deutlichen Verkehrsentlastung für das gesamte Stadtgebiet schlagen wir folgende Maßnahmenbündel vor. Die Reihenfolge spiegelt dabei die Bedeutung der Maßnahmen wieder:

  1. Stärkung, Ausbau des ÖPNV

  2. Ausbau des Rad- und Fußgängernetzes (nicht motorisierter Verkehr) Das Fahrrad ist gerade innerorts das optimale Verkehrsmittel. Ein Großteil aller Fahrten beginnt und endet innerhalb eines Ortes. Das Fahrrad ist schnell, flexibel, kostengünstig, ökologisch, leise, sportlich und gesund. Für Leonberg existiert bereits ein Radwegekonzept das sukzessive umgesetzt werden muss

  3. Generelles LKW-Durchfahrtsverbot

  4. Kleine Verbesserungen und Veränderungen am vorhandenen Straßennetz um den Verkehr flüssiger zu halten.

  5. Intelligente Ampelschaltung, wo möglich Kreisverkehr

  6. Funktionierendes, gut sichtbares Parkleitsystem

Erkenntnisse von Stadt- und Verkehrsplanern in den vergangenen Jahren zeigen neue innovative und effiziente Möglichkeiten der Verkehrsminderung und -lenkung auf. Gerade in Leonberg, ist die Ressource Boden ein immer knapper werdendes Gut und das Glemstal, eines der letzten Naherholungsgebiete darf nicht ohne Not zerstört werden.

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