ZURÜCK

 

Strategische Entscheidung für zwei Jahrzehnte
 
Mehr als 150 Bürger informieren sich in der Steinturnhalle über Ziele des neuen Flächenentwicklungsplanes "Leonberg 2020"
 
Leonberg. Das Interesse am Flächennutzungsplan "Leonberg 2020" ist groß. Aber die Bürger interessiert nicht so sehr, wann wo was gebaut wird. Die meisten hat bei der Infoveranstaltung am Dienstag die Frage umgetrieben, wie die Verkehrsprobleme gelöst werden sollen.

Von Arnold Einholz

"Die Zeit ist reif für eine Entscheidung, und das ist eine strategisch wichtige Entscheidung für die nächsten 15 Jahre", schickte Oberbürgermeister Bernhard Schuler den Diskussionen um den Flächennutzungsplan mit integriertem Landschaftsplan "Leonberg 2020" am Dienstag in der Steinturnhalle voraus. Es seien viele kleine Schritte in die richtige Richtung gemacht worden, so dass voraussichtlich im Mai der Feststellungsbeschluss für den neuen Flächennutzungsplan fällt. Bis es so weit ist, sind aber die Bürger gefragt, denn der Entwurf des Flächennutzungsplans liegt gegenwärtig im Rathaus aus. Interessierte könnten ihn einsehen und Stellung dazu beziehen, gab Stadtplaner Wolfgang Schaufelberger, der Moderator der Infoveranstaltung, dem Publikum mit auf den Weg.

"Die Gesellschaft wird weniger, älter, mobiler und bunter." Auf diese gesellschaftlichen Veränderungen müsse mit dem neuen Flächennutzungsplan reagiert werden, so Stadtplaner Timo Buff. Damit würden Planungssicherheit geschaffen und Leitlinien festgelegt für die zukünftige städtebauliche Entwicklung. Für Leonberg bedeute das eine gezielte Innenentwicklung, keine Zersiedelung. Zudem würden wichtige Bereiche umstrukturiert. Trotzdem soll auch eine Außenentwicklung stattfinden, aber dabei werde auf Arrondieren und nicht auf große "solitäre" Projekte gesetzt. Ein weiteres Ziel sei es, innerstädtische Freiflächen zu schaffen.

Für etwa 50 Hektar legt der neue Plan die Nutzung fest. Etwa 32 Hektar sind für Wohnungsbau vorgesehen, 14,7 Hektar soll als Gewerbegebiete und fast drei Hektar als Mischgebiete ausgewiesen werden.

Den integrierten Landschaftsplan stellten Professor Arno Schmid und Christof Helbig vor. Der Flächennutzungsplan müsse die Chancen der Landschaftsentwicklung sichern, so Schmid. Die knappe Fläche im Ballungsraum wecke viele Begehrlichkeiten, deshalb gelte es, die politischen Gremien zu sensibilisieren, Land als ein wertvolles Gut zu sehen. Der Landschaftsplan stehe für eine maßvolle Siedlungsergänzung, so Helbig. Dabei gelte es, die Siedlungsentwicklung unter ökologischen und gestalterischen Gesichtspunkten zu lenken.

Mit Spannung von den rund 150 Bürgern in der Steinturnhalle erwartet, stellte Verkehrsplaner Professor Gunter Kölz das Verkehrskonzept vor. Er machte den Weg deutlich, den die Planer gegangen sind auf ihrer Suche nach einer Lösung für die Leonberger Verkehrsprobleme und der letztendlich zu dem Vorschlag eines Tunnels im Westen der Altstadt geführt hat. Die Basis sei der Verkehrsentwicklungsplan, den die Stadt im Jahr 2000 beim Büro Brenner und Münnich in Auftrag gegeben hatte, deshalb gebe es auch keine unterschiedlichen Zahlen, so Kölz.

Rund um Leonberg entstehe ein regionales Netz an Umgehungsstraßen, das immer attraktiver werde. "Das sollte Leonberg nicht schließen, indem es eine durchgängige Nord-Süd-Verbindung schafft", so Kölz. Damit erteilte er allen Umgehungsstraßen von der alten Autobahntrasse über die Nord-West-Umfahrung bis hin zur Nord-West-Tangente eine Absage. Die würden nur Durchgangsverkehr anziehen. Nach Untersuchung von mehreren Tunnelvarianten im Osten und Westen der Altstadt habe man sich auf die im Westen festgelegt. Die bringe die größte verkehrliche Entlastung und eröffne die besten städtebaulichen Möglichkeiten.

Das sahen zahlreiche Redner aus der Gartenstadt auf der Informationsveranstaltung am Dienstag anders. Sie fürchten um die Zukunft des Glemstals und zusätzliche Verkehrsbelastung im Westen der Stadt.
 
Aktualisiert: 19.01.2006, 06:03 Uhr

ZURÜCK