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Muß Leonberg außer den stark befahrenen Autobahnen auch noch eine Autobahnumleitung mitten durch die Stadt schultern? 

Was wird aus der Leonberger Altstadt? 

Haben die Schadstoffe, d.h. die Gesundheit der Leonberger Bürger unserer Stadtväter/Mütter noch nie wirklich interessiert?

Wer kommt dann für die Kosten der teuren Stellplätze in der Leonberger Parkkaverne auf? 

Zur Fehlplanung Leonberger Parkkaverne

Soll der Tunnelmund unter der Leonberger Spitalschule gebaut werden?

Weiß jemand, ob es zulässig ist, bewußt EU-Richtlinen-Überschreitungen von einem Ort auf den anderen zu verlagern, ohne das eigentliche Problem an der Wurzel zu packen?

Das könnte sogar ein bundesweit beachteter Musterprozess in Leonberg werden - mit guten Erfolgsaussichten.

Leonberg bekommt mit dem Altstadttunnel insgesamt erheblich mehr Verkehr in die Stadt.

Jeder LKW-Fahrer mit OBU wäre ja blöd, wenn er nicht die Abkürzung nutzen würde.

Wollen wir ein Nullsummenspiel für teueres Geld?

Der Luftreinhalteplan für Leonberg  MUSS beim Flächennutzungsplan berücksichtigt werden

Blinde Gutachtergläubigkeit in Leonberg?

Muß Leonberg außer den stark befahrenen Autobahnen auch noch eine Autobahnumleitung mitten durch die Stadt schultern? (Renate Wohlbold | 11 Nov. 2005 09:34)

Ich bin der Meinung Leonberg muß sich endlich wehren, um für die Wohnbevölkerung nicht immer unattraktiver zu werden. Mehr Straßen = mehr Verkehr = mehr Luftschadstoffe + mehr Lärm.
Frau Horn sieht das nicht so, aber hat sie wirklich der Stadt Bestes im Blick?
Aus der LKZ vom 8.11.05: Umleitung durch Leonberg ohne Alternative-oder doch?
Die Wirkung ist groß: Nach dem schweren Unfall gegen 7 Uhr im Autobahntunnel dauerte es keine halbe Stunde, da drehte sich an der Pförtnerampel kurz nach dem Hasenbrünnele kein Rad mehr. Bis in die Mittagsstunden hinein konnte man dann auf der offiziellen Umleitungsstrecke, der U 18 zwischen Ditzingen und Leonberg, Kurioses beobachten. Sowohl auf der B 295 wie auch der parallel verlaufenden A 81 standen Autos Stoßstange an Stoßstange.

In der Leonberger Stadtverwaltung will man jedoch von einer Alternative zur Umleitungsstrecke der U 18, die den gesamten Fernverkehr auch durch den Flaschenhals der engen und steilen Grabenstraße lotst, nichts wissen. Baubürgermeisterin Inge Horn schließt sich nicht nur dem Urteil des Ersten Bürgermeisters Helmut Noë an, sie sieht auch "technisch kaum Alternativen" für den Ausweichverkehr nach einer Vollsperrung der Autobahn. "Man muss bedenken, dass dann Höfingen und Gebersheim vom Ausweichverkehr betroffen wären." Und diese Strecken seien auch nicht besser geeignet für eine Autobahnumleitung.

Was wird aus der  Leonberger Altstadt? (Renate Wohlbold | 10 Nov. 2005 06:54

Da Luftschadstoffe und Lärmemissionen den direkten Weg bevorzugen, sprich die „Luftlinie“ habe ich mir diese mal genauer angeschaut. Am Beispiel von Frau Horns Lieblingsvariante, Netzfall 5 und einem Stadtplan kam ich zu folgenden Zahlen:
Entfernung zur Feuerbacher Strasse ca. 150m
Entfernung zum Spitalschulkindergarten ca. 75m
Entfernung zur Seniorenresidenz ca. 150m
Entfernung zur Sonnenkreuzung ca. 300m
Entfernung zum Schloß ca. 45m
Entfernung zur Stadtkirche ca. 120m
Im Vergleich dazu Entfernung Stadtkirche zur Grabenstr. ca. 225m
Sicher sind diese Zahlen nicht ganz genau, da wir noch keine genauen Pläne haben, aber sie werden nur wenig abweichen, da die Trasse stadtnah geführt werden soll und die Glems vielleicht doch nicht überdeckelt werden soll.
Brenner und Münnich haben für diesen Bereich der Tangente Staus vorausgesagt und daran wird sich kaum was ändern. Dies bedeutet hohen Schadstoffausstoß vor dem Tunnelmund mit den entsprechenden Folgen. Die Grundbelastung in der Altstadt wird deutlich höher zumal der Wind meistens von Westen kommt. Parallel dazu wird auch in der Grabenstrasse noch Verkehr sein, vielleicht mehr als jetzt geplant, da die Geschäfte in der Altstadt, am geplanten Boulevard und in der neuen Stadtmitte auf mobile Kunden angewiesen sind. Insgesamt werden die Belastungen durch den Verkehr in der Altstadt höher. Sie ist dann quasi eingekesselt von Lärm- und Schadstoffquellen. Wird man hier noch leben können bzw. wollen?

das interessiert doch unsere Verantwortlichen nicht (Ewald Thoma | 10 Nov. 2005 08:16)

wichtiger ist denen die Quartiere für die Reichen auszubauen, z.B. im Osten die Kirschgärten. Die Villenbewohner bringen der Stadt mehr Steuern. Leonberg will doch erklärtermassen seine Einwohnerzahl erhöhen, Das würde zusätzlichen Verkehr bringen, der halt irgendwo hin muss. Dafür sind die Proletarierviertel in der Altstadt, der Gartenstadt mit dem Glemstal, der Halde und des Ezach genau richtig. Die Schadstoffe, d.h. die Gesundheit der Bürger haben die meisten unserer Stadtväter/Mütter noch nie wirklich interessiert.

RE: das interessiert doch unsere Verantwortlichen nicht (Renate | 10 Nov. 2005 09:02

Aber das sollte schon interessieren. Nehmen wir einmal an, hier wohnen nur noch bedürftige Menschen, die sich leider keine bessere Luft leisten können, wer kommt dann für die Kosten der dazugehörigen teuren Stellplätze in der Parkkaverne auf? Auch so eine teure Fehlplanung, von der Verwaltung vorgeschlagen, von Gutachtern empfohlen, vom Gemeinderat beschlossen, von den Bürgern nicht angenommen.


da haben doch die Antwort! (Thomas Müller | 10 Nov. 2005 09:11)

Wir Bürger verstehen die Verantwortlichen halt einfach nicht!

Wir sind einfach nicht in der Lage, all das edel‘ Werk dieser Edelleute nach zu vollziehen.

Römergalerie, Parkgarage, Stadthalle etc.

Sie meinen es doch bloß gut mit uns - und wir nehmen es nicht an und schimpfen nur.

Ergo: Die Edelleute und Gutachter streuen Blumen unter‘s Fußvolk und wir trampeln sie kaputt. Also - sind doch eigentlich wir die wahrhaft Schuldigen, oder ?

zur Fehlplanung Parkkaverne (Ewald Thoma | 10 Nov. 2005 10:15

Die ‘Adligen‘ müssen es ja nicht bezahlen. Die Parkkaverne macht z.B. -wenn ich mich richtig erinnere - JÄHRLICH Verluste in der Größenordnung von 600.000 €. Dabei sind wahrscheinlich noch nicht einmal die Kreditkosten eingerechnet, die im Rahmen der sogenannten ‘Vermögensumschichtung‘ jedes Jahr neu hinzukommen. (müßte ich nachprüfen).

Niemanden stört dies offensichtlich. Dies wird einfach nur jedes Jahr neu bilanziert. Das Proletariat bezahlt es ja jedes Jahr brav und ohne Murren mit ihren Steuern

Kleine Korrektur ... (Ewald Thoma | 10 Nov. 2005 13:02)

Die Verluste der Parkkaverne werden durch die Wassergebühren ausgeglichen, d.h. wir zahlen sie mit den Wassergebühr mit, nicht mit Steuern. Die Stadtwerke sind in Leonberg so konstruiert. Aber ob Gebühren oder Steuern - da jeder Wasser zum Leben braucht, bleibt sich‘s gleich.

RE: Was wird aus der Altstadt? (Petra | 10 Nov. 2005 14:50)

Um die hochtrabenden Pläne eines Boulevards in der Stadtmitte verwirklichen zu können, soll ein Tunnelmund unter einer Schule gebaut und evtl. eine Mühle abgerissen werden, die Glems zubetoniert mit einer 62 000 m²-großen Kreuzung und außerdem sollen noch ein paar Häuser dem zukünftigen Straßenverlauf weichen. Klar, dass dann in der Gartenstadt ein Leben unterhalb von EU-Schadstoffgrenzen nicht mehr möglich sein wird. Vorschlag, wenn wir schon beim Abreissen sind, reissen wir doch die Gartenstadt gleich mit ab, dann hätten wir doch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. 1. Die Luft könnte besser zirkulieren und der Dreck könnte gleichmäßiger über ganz Leonberg verteilt werden und 2. Es gäbe keine aufmüpfigen Gartenstädtler mehr, die es wagen Planungen zu hinterfragen.
Weiß jemand, ob es zulässig ist, bewußt EU-Richtlinen-Überschreitungen von einem Ort auf den anderen zu verlagern, ohne das eignetlich Problem an der Wurzel zu packen?

Zur Frage EU-Richtlinien und Verkehrsverlagerung (Ewald Thoma | 10 Nov. 2005 21:36)

Die EU Richtlinien mit den Schadstoffgrenzwerten sind zum Schutz der menschlichen Gesundheit eingerichtet worden. Das Ziel ist, die Schadstoffkonzentrationen überall da, wo sich Menschen häufig aufhalten, möglichst gering zu halten. Wohlgemerkt: so gering wie möglich, nicht nur weniger als der jeweilige Grenzwert. Die Grenzwerte sind nur deswegen eingerichtet worden, um eine verbindliche Grenze für den bei Überschreitung notwendigen definitiven Handlungsbedarf zu haben. Damit widerspricht eine Verlagerung der Schadstoffbelastung von einem Ort zu einem anderen schon prinzipiell den EU-Richtlinien.
Von der Rechtspraxis her stehen wir allerdings am Anfang. Es gibt bisher nur wenige Urteile. Die Behörden müssen sich noch daran gewöhnen, dass die Luftreinhaltung einen wesentlich höheren Stellenwert als bisher hat. Für uns Bürger ist diese Situation gut, da die Behörden dazu neigen, die alte lasche Praxis einfach fortzusetzen, wie auch jetzt beim Altstadttunnel in Leonberg. Bei der Planungsausschusssitzung war es kein Thema. Es hat auch kein Gemeinderat danach gefragt. Damit laufen die Behörden sehr schnell Gefahr, Klagen tatsächlich zu verlieren. Dies hat das Regierungspräsidium in Stuttgart bereits zu spüren bekommen. Das RP war sich absolut sicher, dass die Klage kein Erfolg haben wird. Es hat sich geirrt. Wer unseren Regierungspräsidenten kennt, weiß wie sehr ihn dies wurmt.

Ein Problem stellt allerdings der Nachweis dar. Hier könnte es noch Schlupflöcher geben. Vor allem dann, wenn keine Messwerte vorliegen. Dann wird ein Gutachter eingeschaltet und der schätzt bekanntlich halt so, dass sein Auftraggeber zufrieden ist. Im Fall des westlichen Altstadttunnels haben wir bessere Karten. Im Müllergässle, d.h. direkt am Tunnelmund wird gemessen und am anderen Ende der geplanten neuen Verkehrshauptachse haben wir auch Messwerte - nämlich in der Gebersheimer Straße. Daher wird es für die Stadt nicht einfach sein, nachzuweisen, dass es keine Verschlechterung der Situation und vor allem keine Grenzwertüberschreitung geben wird. Notfalls könnten wir dann immer noch klagen - das könnte sogar ein bundesweit beachteter Musterprozess werden - mit guten Erfolgsaussichten. Für das Leonberger Image wär‘s allerdings nicht besonders vorteilhaft. Vor allem die gut Betuchten werden es sich dann zweimal überlegen, nach Leonberg zu ziehen.....

Altstadt-Tunnel: die wahre Interessenlage (Ewald Thoma | 08 Nov. 2005 10:37

Der folgende Artikel aus der LKZ macht deutlich, worum es beim Altstadttunnel wirklich geht. Die Frau Baubügermeisterin sagt‘s darin auch noch offen. Die Stadt hofft auf Finanzierungsbeiträge vom Land für den Tunnel mit der Argumentation, dass er als Umleitungsstrecke für die Autobahn geeignet ist. Das heißt wieder einmal, daß die Leonberger Bürger Lasten übernehmen sollen, von denen sie nichts haben - nur Dreck und Gestank. Außerdem ist dies ein klares Indiz dafür, dass die Strecke generell als Auobahnausweichsstrecke attraktiv für Autos und LKWs ist. Das Verheerende in Leonberg ist, dass dies alle Straßen trifft, auch die, die eigentlich entlastet werden sollen. Denn der Verkehr ist wie Wasser. Wenn er zwei Durchfahrtsmöglichkeiten statt einer durch Leonberg angeboten bekommt, nutzt er sie. Ergebnis: Wir haben insgesamt erheblich mehr Verkehr in unserer Stadt. Nix mit schönem Boulevard !
Nun hat kein Gemeinderat, der dieser Lösung zustimmt, irgendeine Ausrede: Er stimmt ganz klar für ein für ganz Leonberg schädliches Konzept! Die ganzen Beteuerungen der Gutachter, dass kein Verkehr von den Autobahnen in die Stadt abgezogen wird, kann man in der Pfeife rauchen. Danke liebe Frau Baubürgermeisterin für diese Klarstellung !

Hier der Text des Artikels:

Umleitung durch Leonberg ohne Alternative-oder doch?

Leonberg. Ausgerechnet zum Auftakt des Berufsverkehrs nach den Herbstferien sorgte gestern Früh der Lastwagenunfall im Engelbergtunnel (siehe Seite 17) für ein Verkehrschaos - was vor allem die Stadt über dem Tunnel zu spüren bekam.

Von Michael Schmidt

Die Wirkung ist groß: Nach dem schweren Unfall gegen 7 Uhr im Autobahntunnel dauerte es keine halbe Stunde, da drehte sich an der Pförtnerampel kurz nach dem Hasenbrünnele kein Rad mehr. Bis in die Mittagsstunden hinein konnte man dann auf der offiziellen Umleitungsstrecke, der U 18 zwischen Ditzingen und Leonberg, Kurioses beobachten. Sowohl auf der B 295 wie auch der parallel verlaufenden A 81 standen Autos Stoßstange an Stoßstange.

In der Leonberger Stadtverwaltung will man jedoch von einer Alternative zur Umleitungsstrecke der U 18, die den gesamten Fernverkehr auch durch den Flaschenhals der engen und steilen Grabenstraße lotst, nichts wissen. Baubürgermeisterin Inge Horn schließt sich nicht nur dem Urteil des Ersten Bürgermeisters Helmut Noë an, sie sieht auch "technisch kaum Alternativen" für den Ausweichverkehr nach einer Vollsperrung der Autobahn. "Man muss bedenken, dass dann Höfingen und Gebersheim vom Ausweichverkehr betroffen wären." Und diese Strecken seien auch nicht besser geeignet für eine Autobahnumleitung.

Der am vergangenen Freitag im Gemeinderat ins Spiel gebrachte "Tunnel unter der Altstadt" sei auch für solche Notfälle die beste Lösung: "Doch deswegen brauchen wir den Tunnel nicht. Er soll den starken Ost-West-Verkehr innerhalb der Stadt lösen", meint die Baubürgermeisterin.

Im Regierungspräsidium Stuttgart stoßen die Leonberger Tunnelpläne durchaus auf offene Ohren: Solch ein Vorhaben "in kommunaler Bauträgerschaft" könnte nach den entsprechenden Regeln zu zwei Dritteln aus Landesgeldern bezahlt werden", meint Frank Buth, Sprecher der Behörde. Er fügt jedoch noch ein dickes "Aber" hinzu: "Eine Förderung kann nur erfolgen, wenn die Finanzierung der übrigen Kosten sichergestellt ist." Noch ist der von Inge Horn auf 25 bis 30 Millionen Euro Baukosten geschätzte Tunnelbau lediglich eine Absichtserklärung im Flächennutzungsplan - und über den wollen die Gemeinderäte erst noch abstimmen.

Eine andere Lösung für den Fall einer Vollsperrung der Autobahn und des Engelbergtunnels könnte schneller Realität werden: Das Regierungspräsidium verweist auf den Ausbau der A 8 zwischen Leonberg und Heimsheim sowie den Bau des Westanschlusses. "Mit zwei Autobahnanschlüssen lässt sich der Verkehr im Notfall besser entzerren", sagt Frank Buth. Allerdings müsse hier konkret geprüft werden, wie nach dem Ausbau der Autobahn zwischen Leonberg und Heimsheim die Umleitungsstrecken aussehen. "Da sind wir auf den Rat und die Einschätzung der Landratsämter, der Städte und Gemeinden angewiesen." Grundsätzlich sei es immer schwierig, wenn eine hoch belastete dreispurige Autobahn auf eine einspurige Landstraße umgeleitet werden muss. "Es ist eben ein Notfall", bittet der Behördensprecher des Regierungspräsidiums die Autofahrer um Verständnis.

Leonbergs Erster Bürgermeister Helmut Noë relativiert die Auswirkungen des gestrigen Unfalls. "Das passierte eben zu einer ungünstigen Zeit. Wenn die Lastwagen morgens von den Rastplätzen aufbrechen, ist natürlich auch auf den Umleitungsstrecken viel los." Er hält an der U 18 durch Leonberg fest, auch mit dem Verweis auf andere Metropolen: "Vergangene Woche habe ich in München eine ähnliche Situation erlebt. Die Wirkung der blauen Umleitungsschilder wird von Fachleuten tatsächlich nicht sehr hoch bewertet - dank moderner Satellitennavigation. Immer mehr Autofahrer verlassen sich im Zweifelsfall auf ihr Navigationssystem, das sie auch über völlig abwegige Nebenstrecken ans Ziel bringt."

Wer immer noch auf Zuschüsse hofft , träumt (Ulrich Stiller | 08 Nov. 2005 18:27)

Ein Besipiel, wie die öffentliche Haushaltslage aussieht, zeigt der Bundeshaushalt in Berlin:

Volumen 250 Milliarden Euro
davon entfallen auf
Rentenzuschuss 78 Milliarden
Kreditzinsen 40 Milliarden
Kosten Arbeitsmarkt 43 Milliarden
Summe 161 Milliarden

Diese Zahlen sagen eigentlich alles: Wer angesichts der desolaten Finanzen der öffentlichen Haushalte, wo kein Handlungsspielraum mehr vorhanden ist, an Finanzspritzen glaubt, der träumt oder hat einen Leonberger Tunnelblick.

RE: Wer immer noch auf Zuschüsse hofft , träumt (Ralf | 08 Nov. 2005 23:37

Ja Uli, manchmal beschleichen mich solche Albträume. Das im Augenblick kein Geld da ist um eine Tunnellösung durchzusetzen ist doch genau das Argument von denen die den Tunnel haben wollen. Seltsam !!! Die Erfahrung hat gezeigt, daß das was geplant wurde auch gegen jede Vernunft umgesetzt wurde.
Es geht hier um unsere und unserer Kinder Zukunft und Gesundheit. Dafür lohnt es sich zu kämpfen. Wer weiß wofür eine chaotische Regierung ihr Geld aúsgibt. Demnächst wird bestimmt ein Gutachter vorrechnen wie hoch der volkswirtschatliche Schaden ist, wenn der Engelbergtunnel 5 x im Jahr verstopft ist. Da sind dann 30 Mio. € so gut wie gar nichts. Politische Entscheidungen sind nicht immer rational zu erklären. Wie heißt es so schön: Wehret den Anfängen. Ist der Tunnel im Planfeststellungsverfahren aufgenommen, wird er auch kommen. Es interessiert dann auch niemanden mehr, daß durch einen Altstadttunnel der Verkehr angezogen wird. Ist Dir schon mal aufgefallen, wo die Mautstationen auf der Autobahn stehen. Nach der Ausfahrt Ditzingen. Jeder LKW-Fahrer mit OBU wäre ja blöd, wenn er nicht die Abkürzung nutzen würde. Fazit ist:
- ein Tunnel wird gebaut, wenn er geplant ist
- die Schadstoffbelastung in der Innestadt wir durch diese Lösung nicht gesenkt.
- ein Naturschutzgebiet (Glems) wird bewußt zerstört.
- Die Gartenstadt wir von Leonberg abgespalten
- hunderte von Kindern können über Hauptverkehrsachsen in Kindergärten und Schulen gehen.

Ich habe Angst, daß eine Infrastruktur zerstört wird, nur weil man uns einfach weiss macht, daß es für diese Lösung kein Geld gibt. Warum plant man sie dann überhaupt ?!?

Man kann es auf den Punkt bringen ... (Ewald Thoma | 09 Nov. 2005 11:52)

1. Entweder ist das Geld im Planungszeitraum nicht vorhanden (was ich auch glaube), dann sind die für die Planung verbratenen Gelder schlicht und einfach Verschwendung öffentlicher Gelder (und zwar in signifikanter Höhe, nicht nur die Gutachter kosten Geld sondern auch die Arbeit der Verwaltung). Planungen ins Blaue hinein können wir uns bei der Leonberger Finanzsituation nicht mehr leisten. Die Gemeinderäte haben auch diesbezüglich eine klare Verantwortung (dies an die Adresse derjenigen Gemeinderäte gerichtet, die uns damit beruhigen wollen, dass ja wegen Geldmangels sowieso nichts kommen wird).

Oder

2. Die Planung wird tatsächlich in den nächsten Jahren konkret angegangen.

Beides ist für uns als Bürger schlecht. Also bleibt uns nichts anderes übrig als uns zu wehren und die Gemeinderäte müssen nun so oder so Farbe bekennen

Ein Appell für die Vernunft (Tony | 08 Nov. 2005 19:37)

Liebe Gemeinderäte,
Sie finden den Vorschlag der Stadtverwaltung ein Tunnel durch die westliche Stadtmitte wahrscheinlich verführerisch. Endlich könnten Sie das leidige Thema Verkehr weg haben. Auch das leidige Thema Luftschadstoffe wäre erledigt: keine Klagen mehr, man will ja was tun. Ja, wenn es nur das Problem mit den Finanzen nicht gäbe, könnte man sogar sofort beginnen. Das ist sogar gut, das mit dem Finanzen. Man kann die aufmüpfigen Bürger besänftigen in dem man ihnen erklärt: “macht ihr euch keine Sorgen, der Tunnel kommt sowieso nicht, dafür ist kein Geld da.“
Falls Sie oder Ihre Kollegen diese Einstellung haben möchte folgendes sagen:
1. Dieser Tunnel bietet keine Lösung der innerstädtische Verkehrsprobleme, er ist ein Problemverlagerung. Ein Nullsummenspiel für teueres Geld. Wollen wir das wirklich? Ist das wirklich im Interesse der Stadt? Können Sie so was mit gutem Gewissen zustimmen?
2. Derzeit sind zwei große Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen im Raum Leonberg kurz vor ihrer Umsetzung: Der Westanschluss mit Ausbau der B295 und die Rutesheimer Nordumfahrung. Wie die Verkehrströmungen nachher aussehen werden weiß derzeit niemand, es gibt lediglich (widersprüchliche) Prognosen. Wer macht in so eine Situation eine neue Planung bzw. die Festlegung einer zukünftige Planung? Gewiss nicht ein seriöser Planer. Vielleicht jemand der versuchen möchte bisherige Fehlplanungen wie zum Beispiel die Römergalerie in ein besseres Licht rücken zu lassen, in dem er Visionen von Boulevarden oder ähnliches präsentiert. Eine Fehlplanung kann aber nicht durch eine erneute Fehlplanung ausgeglichen werden.
3. Eine Planung, wie diese, die Probleme nur verlagert ist gesetzlich ausdrücklich verboten. Jeder ausgegeben Euro dafür ist weggeworfenes Geld, das die Stadt dringend anderweitig braucht.

Seid vernünftig. Lassen Sie nicht beeindrucken von glänzenden Folien und bleiben Sie mit beiden Füßen auf dem Boden. Lehnen Sie es ab sich zu diesem Zeitpunkt festzulegen. Dafür ist das Ganze viel zu unausgereift und unüberlegt.

RE: Ein Appell für die Vernunft (Ewald Thoma | 08 Nov. 2005 23:02)

Tony, da kann ich nur zustimmen und möchte noch für die Gemeinderäte folgenden wichtigen Sachverhalt ergänzen:

Derzeit ist der Luftreinhalteplan für Leonberg beim Regierungspräsidium in Arbeit. Dieser Plan MUSS bei der Flächennutzungsplan berücksichtigt werden. Der westliche Altstadttunnel führt nachweislich und unweigerlich zu Grenzwertüberschreitungen z.B. bei den Häusern in der Mühlstraße. Dies ist durch Messergebnisse UNMITTELBAR belegbar. So liegen die NO2-Messwerte für das Müllergäßle (also in unmittelbarer Umgebung des künftigen Tunnelmunds) knapp unter dem Grenzwert. Eine Straße wird diesen Grenzwert sicher überschreiten lassen. Ebenso liegen Messwerte von der Gebersheimer Straße vor - mit den bekannten massiven Grenzwertüberschreitungen. Daher ist der westliche Altstadttunnel nicht genehmigungsfähig ! Dies ist sogar -im Gegensatz zur früheren gesetzlichen Situation- EINKLAGBAR - allerspätestens in 4 Jahren. Hier hat sich die rechtliche Situation völlig geändert. Das ist vielleicht noch nicht bis zu den Planern der Stadt vorgedrungen, aber wenn sie nicht hören wollen, werden sie bald fühlen müssen. Mit einer Entscheidung für diese Lösung besteht also die Gefahr, daß der ganze Flächennutzungsplan Makulatur wird. Das Ergebnis wäre ein planerischer Scherbenhaufen und die Stadt würde sich innerhalb der Region gewaltig blamieren. Zumindest wäre es klug, vor einer Entscheidung den Luftreinhhalteplan abzuwarten. Der Gemeinderat würde das Regierungspräsidium im Grunde genommen brüskieren, wenn bei einer solch kritischen Sache die Entscheidung des RP bereits vorweggenommen würde. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das Regierungspräsidium nach der Pleite mit der Klage in Stuttgart noch mal ein Risiko eingeht.
Und eines ist mit Sicherheit auch klar: Egal wie es ausgeht. Der Gemeinderat wird das Thema Verkehr nicht los werden. Wenn jemand meint, er hätte das Thema nach einer positiven Entscheidung für den westlichen Altstadttunnel los, dann ist dies ein gewaltiger Irrtum. Ich sage dies ausdrücklich, weil ich weiß, dass die Gemeinderäte dieses Themas müde sind und nun endlich Ruhe haben wollen. (Dafür habe ich ja auch ein gewisses Verständnis).
Der westliche Altstadttunnel wird mit Sicherheit nicht gebaut werden können (es gibt auch noch jede Menge anderer schwieriger Hindernisse), also wird das Problem die Gemeinderäte weiter verfolgen, ob sie wollen oder nicht.

Eine Beruhigung der Gemüter könnte man allerdings dann erreichen, wenn man kleinere, aber machbare Verbesserungen der bestehenden Situation anstrebt wie z.B. die Schiele-Variante. Das wäre in der Stadt konsensfähig und hätte wenigsten die Chance, dass sich tatsächlich etwas verbessert, auch wenn es nicht der ach so geliebte ‘große Wurf‘ ist. Aber daran müssen wir uns in Leonberg sowieso gewöhnen. Die Zeit der großen Vorhaben ist endgültig vorbei und sie kommt garantiert nicht mehr wieder.


Tunnellösung (Elmar Müller | 08 Nov. 2005 10:05)

Probleme im Engelbergtunnel, siehe letzten Monatg, löst man am besten mit einem weiteren Tunnel. Was für eine Logik steckt dahinter?
Wahrscheinlich keine, oder bestenfalls die des
Geldes für unnötige und unnütze Gutachter.
Die Stadtverwaltung und Frau Horn sind vielleicht auch Nutzniesser davon. Alles ist möglich, planen wir weiter.


Umleitung durch Leonberg ohne Alternative-oder doch? (Aus der heutigen LKZ | 08 Nov. 2005 09:15

Leonberg. Ausgerechnet zum Auftakt des Berufsverkehrs nach den Herbstferien sorgte gestern Früh der Lastwagenunfall im Engelbergtunnel (siehe Seite 17) für ein Verkehrschaos - was vor allem die Stadt über dem Tunnel zu spüren bekam.

Von Michael Schmidt

Die Wirkung ist groß: Nach dem schweren Unfall gegen 7 Uhr im Autobahntunnel dauerte es keine halbe Stunde, da drehte sich an der Pförtnerampel kurz nach dem Hasenbrünnele kein Rad mehr. Bis in die Mittagsstunden hinein konnte man dann auf der offiziellen Umleitungsstrecke, der U 18 zwischen Ditzingen und Leonberg, Kurioses beobachten. Sowohl auf der B 295 wie auch der parallel verlaufenden A 81 standen Autos Stoßstange an Stoßstange.

In der Leonberger Stadtverwaltung will man jedoch von einer Alternative zur Umleitungsstrecke der U 18, die den gesamten Fernverkehr auch durch den Flaschenhals der engen und steilen Grabenstraße lotst, nichts wissen. Baubürgermeisterin Inge Horn schließt sich nicht nur dem Urteil des Ersten Bürgermeisters Helmut Noë an, sie sieht auch "technisch kaum Alternativen" für den Ausweichverkehr nach einer Vollsperrung der Autobahn. "Man muss bedenken, dass dann Höfingen und Gebersheim vom Ausweichverkehr betroffen wären." Und diese Strecken seien auch nicht besser geeignet für eine Autobahnumleitung.

Der am vergangenen Freitag im Gemeinderat ins Spiel gebrachte "Tunnel unter der Altstadt" sei auch für solche Notfälle die beste Lösung: "Doch deswegen brauchen wir den Tunnel nicht. Er soll den starken Ost-West-Verkehr innerhalb der Stadt lösen", meint die Baubürgermeisterin.

Im Regierungspräsidium Stuttgart stoßen die Leonberger Tunnelpläne durchaus auf offene Ohren: Solch ein Vorhaben "in kommunaler Bauträgerschaft" könnte nach den entsprechenden Regeln zu zwei Dritteln aus Landesgeldern bezahlt werden", meint Frank Buth, Sprecher der Behörde. Er fügt jedoch noch ein dickes "Aber" hinzu: "Eine Förderung kann nur erfolgen, wenn die Finanzierung der übrigen Kosten sichergestellt ist." Noch ist der von Inge Horn auf 25 bis 30 Millionen Euro Baukosten geschätzte Tunnelbau lediglich eine Absichtserklärung im Flächennutzungsplan - und über den wollen die Gemeinderäte erst noch abstimmen.

Eine andere Lösung für den Fall einer Vollsperrung der Autobahn und des Engelbergtunnels könnte schneller Realität werden: Das Regierungspräsidium verweist auf den Ausbau der A 8 zwischen Leonberg und Heimsheim sowie den Bau des Westanschlusses. "Mit zwei Autobahnanschlüssen lässt sich der Verkehr im Notfall besser entzerren", sagt Frank Buth. Allerdings müsse hier konkret geprüft werden, wie nach dem Ausbau der Autobahn zwischen Leonberg und Heimsheim die Umleitungsstrecken aussehen. "Da sind wir auf den Rat und die Einschätzung der Landratsämter, der Städte und Gemeinden angewiesen." Grundsätzlich sei es immer schwierig, wenn eine hoch belastete dreispurige Autobahn auf eine einspurige Landstraße umgeleitet werden muss. "Es ist eben ein Notfall", bittet der Behördensprecher des Regierungspräsidiums die Autofahrer um Verständnis.

Leonbergs Erster Bürgermeister Helmut Noë relativiert die Auswirkungen des gestrigen Unfalls. "Das passierte eben zu einer ungünstigen Zeit. Wenn die Lastwagen morgens von den Rastplätzen aufbrechen, ist natürlich auch auf den Umleitungsstrecken viel los." Er hält an der U 18 durch Leonberg fest, auch mit dem Verweis auf andere Metropolen: "Vergangene Woche habe ich in München eine ähnliche Situation erlebt. Die Wirkung der blauen Umleitungsschilder wird von Fachleuten tatsächlich nicht sehr hoch bewertet - dank moderner Satellitennavigation. Immer mehr Autofahrer verlassen sich im Zweifelsfall auf ihr Navigationssystem, das sie auch über völlig abwegige Nebenstrecken ans Ziel bringt."

Blinde Gutachtergläubigkeit in Leonberg? (Renate Wohlbold | 07 Nov. 2005 10:43)

1. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ich vor ca. zwei Jahren mit einem Gemeinderat über die Entlastung der Stadt durch den Westanschluss diskutiert habe. Ich habe damals diese Verkehrsentlastung angezweifelt, dieser Gemeinderat war aber felsenfest davon überzeugt, weil er ja die Gutachten gesehen und die Erklärungen der Gutachter gehört hatte. Kein Zweifel und alle Kritiker liegen falsch: der Westanschluss wird Leonberg (auch die Gartenstadt) entlasten.
Seit einem Jahr geben plötzlich Leonbergs Bürgermeister zuerst im kleinen Kreise, dann öffentlich zu, dass der Westanschluss die Stadt nicht entlasten wird. Also, was waren das für Gutachten mit denen die Gemeinderäte zur Abstimmung gebracht wurden und wer ist bei Nichteintreffen der Ergebnisse zur Rechenschaft zu ziehen?
2. Ich kann mich noch gut erinnern, wie kurz vor Inkrafttreten der geänderten 22. BimSchV ein Gutachter bzw. Experte zum Thema Luftschadstoffe vor dem Gemeinderat die Leonberger Situation erläuterte. Er brachte unpassende Vergleiche und versuchte die Gemeinderäte zu überzeugen, dass Leonberg kein Problem mit Luftschadstoffen hat. Frau Horn war damals mit dem Vortrag und dem Vortragenden sichtlich zufrieden. Kurz darauf dann die Realität, Leonberg gehört zu den stark belasteten Städten und muss einen Luftreinhalteplan erstellen. Aber als Gemeinderat kann man daraus lernen oder man glaubt eben weiterhin unbesehen die Ergebnisse, zu denen von der Verwaltung bezahlte und beauftragte Gutachter kommen.
3. Römergalerie: Es gab wohl auch ein Gutachten für diesen leerstehenden Monsterbau, das den Gemeinderäten die Zustimmung zu dem Projekt ermöglicht hat. Wo planen die Gutachter heute? Was gehen sie die Prognosen von vor zehn Jahren an? Hauptsache ihre Kasse stimmt.
4. Es werden sicher auch Gutachter und Architekten gewesen sein, die das unmenschliche Wohngebiet mit Sozialwohnungen am Stadtpark geplant haben. Jeder der hier wohnen muss ist nur bestrebt wieder herauszukommen. Es wurde in zentraler Lage ein sozialer Brennpunkt geplant und gebaut und dabei ein Stück wertvolles, an den Stadtpark grenzendes Grundstück verschrottet.
5. Zuletzt auch der Basistunnel, erste Gutachten über die gefährlichen Gipsschichten haben der Verwaltung nicht gefallen so hat man neue in Auftrag gegeben die plötzlich alles einfach und möglich machten. Seither gibt es in jeder Hinsicht: nämlich bauliche-, sicherheitstechnische-, verkehrstechnische Probleme und Folgekosten in Milliardenhöhe. Die erwartete Entlastung der Stadt blieb wohl auch aus, sonst hätten wir sicher weniger Verkehr. Ja und wo sind denn jetzt die Gutachter? Übernehmen sie die Verantwortung? Sind es die gleichen Gutachter, die immer betonen dass der alte Engelbergtunnel keine Entlastung bringt?
Wahrscheinlich ist Leonberg die Stadt, die sich als am stärksten gutachtergeschädigt in ein Buch der Rekorde eintragen lassen kann, falls es überhaupt hier jemand bewusst wird.

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