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Bypass  Grabenstraße  Leonberg
Lösungsvorschlag für ein Verkehrs- und Erschließungsproblem  

1.        Die Gruppe Brückenschlag und die Gruppe Immissionen der Lokalen Agenda Leonberg  legen gemeinsam den im folgenden skizzierten Vorschlag der Stadtverwaltung und dem Gemeinderat vor. Wir beantragen, den Vorschlag im verkehrstechnischen Teil der zur Zeit laufenden Bauleitplanung gleichrangig mit den vom Gutachter Prof. G. Kölz bislang zur Diskussion gestellten Umgehungsstraßen zu behandeln und zu bewerten, speziell im Vergleich mit dem sogenannten Hasenbrünnele-Tunnel. 

2.        Grundlegende Aspekte und Zielvorstellungen:
Das vom Gemeinderat abgesegnete Leitprojekt „Brückenschlag basiert auf der Idee eines städtischen Boulevards als Verbindungsachse zwischen Neuer Stadtmitte und Altstadt, die in die Grabenstraße münden und dort ihre Fortsetzung finden soll. Daraus folgt, daß der heutige Engpass Grabenstraße so weit wie möglich vom Durchgangsverkehr entlastet und zur Anliegerstraße mit Wohnqualität aufgewertet werden muß. 

3.        Nur wenn diese Entlastung vom Durchgangsverkehr gelingt,

·         können die bestehenden Grundstücke („ Lamm“, Soller, Haug)  und das geplante Baugebiet „Östlich der Grabenstraße“ ordnungsgemäß mit Ein- und Ausfahrten erschlossen werden,

·         entsteht ausreichend bemessener Raum für eine Bushaltestelle  an der Ostseite der Grabenstraße. Dann ist es auch möglich, die Haltestelle Marktplatz  dorthin zu verlegen,

·         besteht Aussicht auf Senkung der Abgas- und Feinstaub-Werte, die heute schon zum Teil weit über den zulässigen Grenzwerten liegen; ändert sich an diesem Zustand nichts, kann Wohnungsbau längs der Grabenstraße möglicherweise nicht genehmigt werden.

4.        Die lange Zeit blockierten Planungen für das Gebiet „Östlich der Grabenstraße“ sollen nun von der Wüstenrot Haus- und Städtebau GmbH als Entwicklungsträger  wieder aufgenommen werden; dieses Gebiet endet im Norden am Sonnenrain. Aus der Sicht weitschauender Stadtentwicklung bleibt dieser Planbereich allerdings Stückwerk. Die Stadt sollte u. E. alles daran setzen, auch das Gelände der Kreissparkasse in einen umfassenden Plan einzubeziehen und auch die Kreissparkasse als Investor zu gewinnen. Dann besteht die Chance, diese in der Nachkriegszeit geschaffene städtebauliche „Brache“ rund um die Gebäude der Kreissparkasse herum zu einem Stadtquartier umzugestalten und für die Allgemeinheit nutzbar zu machen. Zum Beispiel könnte dort ein dringend notwendiger Verbrauchermarkt für die Nahversorgung angesiedelt werden. Der Flachdach-Pavillon der KSK wird in diesem Konzept keinen Bestand haben, vielmehr muß der Straßenraum der Sonnenkreuzung durch eine Randbebauung, die sich am historischen Vorbild orientiert, wieder geschlossen werden. Siehe hierzu Plan  BYPASS GRABENSTRASSE,  Nördlicher Teil.
Bevor all diese Überlegungen greifen können, ist über den von uns vorgeschlagenen  Bypass als stadtauswärts führende Einbahnstraße  zu  entscheiden, weil davon die gesamte Erschließung und  Verkehrsanbindung des projektierten Baugebiets abhängt. 

Die technische Seite unseres Vorschlags:

1. Der  Bypass

Zur Entlastung vom Durchgangsverkehr schlagen wir vor, eine aufwärts führende Fahrbahn etwa 60 Meter östlich der Grabenstraße in einen Geländeeinschnitt zu verlegen und zu überdeckeln. Die Trassenführung zeigt der Plan „BYPASS GRABENSTRASSE“ vom März 2005 samt  einem schematischen Längschnitt.

Der Querschnitt der Röhre für die Fahrbahn plus Standspur muß ca.  6,5 Meter breit und  4,8 Meter hoch sein.

Nach der Ampel bei der Seedammstraße soll der Autoverkehr für die Ziele  Haldengebiet, Höfingen, Gerlingen, Ditzingen, Feuerbach (B 295) sowie Richtung Stuttgart über Solitude in den Bypass gelenkt werden. Die Zufahrt zum unterirdischen Streckenabschnitt geht in gerader Linie von der Eltinger Straße nach Norden; die Ausfahrt liegt kurz vor der Agnes-Miegel-Straße.

Die Grabenstraße soll in Aufwärtsrichtung nur noch für Linienbusse und den Anliegerverkehr der Grabenstraße sowie für den abbiegenden Verkehr zur Stuttgarter Straße bis zur oberen Burghalde und zum Engelberg frei sein. 

Der untere Tunnelmund befindet sich hinter dem ehemaligen „Lamm“ in der historischen  Stützmauer, die an die Friedhofmauer anschließt.  Der überdeckelte Straßenabschnitt ist ca.  220 Meter lang und endet bei der nördlichen Grundstücksgrenze der Parz. 169/2 (LKZ).  Der Tunnelauslauf ist oben offen. Die Stützmauern folgen der leichten Linkskurve in Richtung Agnes-Miegel-Straße auf etwa  15 Meter Länge; sie fallen in der Höhe in einer parabolischen Linie bis zur Erdgleiche ab. Die Kreuzung mit der Agnes-Miegel-Straße ist mit   394 m ü. NN der höchste Punkt der Trasse. 

Der gesamte Geländeeinschnitt kann in offener Bauweise erstellt werden. Die Trasse ist größtenteils frei; fast alle abzuräumenden Gebäude sind ohnehin abbruchreif. Welche der im Plan angedeuteten Trassenvarianten auf dem Sparkassengelände zum Zuge kommt, hängt von der Entscheidung der KSK ab. Die Tunnelwände zwischen der Stuttgarter Straße und dem offenen Auslauf müssen zur Sicherung der benachbarten Hausfundamente auf ca. 30 Meter Länge als Bohrpfahlwand ausgebildet werden. Falls Abgase über einen Kamin abzuführen und ggf. zu filtern sind, kann dies unmittelbar vor dem oberen Auslauf geschehen. 

Die Steigung im Bypass beträgt  4%, sie ist auf der gesamten Länge konstant. Demgegenüber liegt die Steigung der Grabenstraße zwischen der Ampel beim „Lamm“ und der Sonnenkreuzung bei 7,2%. Die Steigung kann also fast halbiert werden. Außerdem ist auf der Bypass-Strecke freie Fahrt von der Seedammstraße bis zur Ampel bei der Strohgäustraße. Wird diese mit der Seedamm-Ampel auf Grüne Welle bei  50 km/h synchronisiert, können die Emissionen noch weiter reduziert werden.
 Man vergleiche damit den heutigen Zustand: Je eine Ampel am Anfang und am Ende der Steigung. Während der Hauptverkehrszeiten entstehen dadurch häufig Staus mit mhrfachem „Stop and Go“ bergauf! 

2.  Die Verbindung zur Stuttgarter Straße

Der über die Stadtgrenze hinaus weiter nach Osten zielende Verkehrsanteil soll von der Feuerbacher Straße über die Goethestraße zur Stuttgarter Straße hin abgezweigt werde. Siehe hierzu den Plan BYPASS, Nördlicher Teil. Die am Hang hoch führende, rund 100 Meter lange Verbindung hat etwa  9% Steigung. Der Verkehr schwankt stark im Tagesverlauf, abhängig  vom Berufsverkehr; seine Struktur bedarf  noch der genaueren Untersuchung.

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